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Ihre Ehe sollte nur wenig länger als fünfzehn Jahre dauern, dann stand Susanne von Steegen mit drei unmündigen Kindern und vier zu bewirtschaftenden Gütern allein den Problemen der Nachkriegszeit gegenüber. Susanne von Steegen war verantwortlich und musste für ein paar hundert Leute und 3.500 Hektar Land gerade stehen. Auch ihre drei Kinder waren zu erziehen. Sie war pflichtbewusst, zielstrebig, tatkräftig und praktisch und hat diese Aufgaben bewältigt.
Als sie Ende 1918 die Verantwortung übernahm, waren die vier Güter Klein-Steegen, Eichholz, Wilknitt und Hasselpusch kaum verschuldet. Die Gebäude waren in gutem Zustand, und die Forsten waren eine wirtschaftliche Stütze.
Die finanziellen Rücklagen der Familie waren allerdings aufgezehrt, weil eine Million Mark an Kriegsanleihen gezeichnet worden waren, die nach dem Krieg wertlos waren.
Die ständig steigenden Betriebskosten, Steuern und Löhne standen in keinem gesunden Verhältnis zu den Einnahmen, die für landwirtschaftliche Produkte und Holz zu erzielen waren. Im Zuge der Anliegersiedlung, einem Zwangsverfahren, musste Klein Steegen an Guttenfeld und Hoppendorf über 75 Hektar gutes Land abgeben, die drei anderen Güter ebenfalls, allerdings kleinere Flächen.
Politische und gesellschaftliche Umbrüche, die Abtrennung Ostpreußens vom Reich, soziale Unruhen, Zwangsverfahren, Inflation: Es waren unsichere und schwere Jahre zu überstehen. Susanne von Steegen hat es geschafft, ihrer Familie Klein Steegen und die übrigen drei Güter erhalten.
1922 wurden alle vier Güter an das ostpreußische Elektrizitätswerk angeschlossen.
Um zu Geld zu kommen, ließ Susanne von Steegen die Steinlager im Wald ausbeuten (1923-1925) und nutzte für den Abtransport die Kleinbahnanlage, die ihr Mann für den Holztransport hatte bauen lassen. Dieses Unternehmen brachte Klein Steegen in dieser geldknappen Zeit 40.000 Rentenmark ein.
Ihr Pragmatismus, ihre Frömmigkeit, ihre Güte waren ein Beispiel. Ihre Mitarbeiter und Nachkommen inspirierte sie zu hohen Leistungen.
1925 schied das Gut Hasselpusch aus dem Güterkomplex aus, Susanne von Steegen übereignete den Besitz ihrer ältesten Tochter Jutta (Freifrau von der Leyen). Im Herbst 1929 übergab sie ihrem ältesten Sohn Otto Oskar (Ottokar) Klein Steegen. Das Gut Wilknitt ging 1930 an ihren jüngsten Sohn Hubertus.
Sie zog sich nach Eichholz zurück, dem Allodialbesitz ihres Mannes. Dieses Gut veräußerte sie 1930 an die Ostpreußische Landgesellschaft. Vom Erlös erwarb sie das Gut Labüssow bei Stolp in Pommern. Am 8. März 1945 fiel Labüssow dem Feind in die Hände. Susanne von Steegen hatte viel zu leiden, am 02. April 1945 fand sie einen qualvollen Tod.
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