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Die Güter Steegen gehören zu den ältesten Besitzungen im Kreis Preußisch Eylau, über die es Urkunden gibt. Die Verleihung von Steynio (Steinio, das spätere Steinen, dann Steegen bei Landsberg) liest sich wie folgt:
Balga, den 18. April 1285. Conrad von Thierberg, Landmeister von Preußen, verschreibt dem Sudauer Skomand und seinen Söhnen Rickals, Gedetes und Galms das Dorf Steynio mit seinem Gebiet bis zum Walde bei Drogowitegen, die Wiese Penkowo und das Feld Labalauks ohne Zehnten und Scharwerk; Bauern, die sich dort ansiedeln, sollen ihnen wie die Leute des Ordens dienen. Sie erhalten die niedere und ein Drittel der höheren Gerichtsbarkeit gegen Kriegsdienst in den gewöhnlichen Waffen und Burgenbau. Zeugen sind Hartung, Komtur von Balga; Helwig von Goldbach, Vogt von Natangen; Bruder Konrad, Priester in Balga; Bruder Konrad Schenk; Bruder Ernke.
Skomand und seine drei Söhne erhielten den Landbesitz um Steynio für treue Dienste, die sie in den Jahren zuvor dem Orden geleistet hatten.
Der Sudauerherzog Skomand war von 1273 bis 1280 ein erbitterter Gegner des Deutschen Ordens. Seine Kriegszüge führten durch das ganze Ordensland, auch nach Natangen. Dann brach der Große Aufstand zusammen, Nach 1280 stand Skomand mit dem Rücken zur Wand, wurde im Frühjahr 1281 in offener Feldschlacht besiegt. Er wollte sich nicht unterwerfen, räumte das Land Sudauen und zog mit seinen Getreuen nach Russland. Dort hielt es ihn nicht, er war der Fremde müde und kehrte in das Land seiner Geburt zurück, wo er wieder den Kampf suchte und schließlich unterlag.
Er unterwarf er sich mit seinem ganzen Hause, so wird berichtet, und mit seiner Sippe dem Glauben und den Brüdern. Man hielt ihn für etliche Jahre auf der Burg Balga, wo er schließlich mit den Seinen die Taufe empfing.
Aus dem erbitterten Gegner des Ordens wurde ein Leitsmann des Ordens wider die Heiden. Skomand verdingte sich als weg- und landeskundlicher Führer der Ordensheere im Kampf gegen die Litauer; unter seiner Leitung wurde 1284 die litauische Festung Garten (Grodno) an der oberen Memel erobert.
Steegens ältester Teil Schatzberg könnte der Wohnsitz von Skomand und seinen Nachfahren gewesen sein. Auf dem Vorwerk Schatzberg fand man Reste ausgedehnter Fundamente und Fragmente alter Ofenkacheln. Auf einer Karte (16. Jahrhundert) ist hier ein großer Bau verzeichnet, der wahrscheinlich im 30jährigen Krieg zerstört worden ist. Aus welcher Zeit diese Fundamente stammen, ist nicht bekannt. Vielleicht waren es die Überreste der Skomandschen Burganlage.
Steinen, wie Steynio bald hieß, war rund achtzig Jahre im Besitz der Skomandschen Nachkommen, dann verkaufte Dietrich Skomantin von Steinen 1366 den Besitz und ließ sich in Dietrichsdorf, Kreis Gerdauen, nieder.
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