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Oskar Friedrich Albert Müller, geboren am 23. März 1837 in Klein Steegen, gestorben am 10. Dezember 1897 in Klein Steegen, ist mein Urgroßvater. Er erhielt am 23. März 1858 das Gut Klein Steegen. Zu Klein Steegen gehörten die Vorwerke Louisenhof, Sophienhof, Wilhelmsberg, und die Grundmühle Finken. 1871 war der Besitz Klein-Steegen 1.742 Hektar groß. Hinzu kam noch Besitz in Guttenfeld.


Anläßlich der Königskrönung von Wilhelm I. von Preußen wurde Hugo Friedrich Leopold Müller am 18. Oktober 1861 in den erblichen Adelsstand erhoben und führte seitdem den Namen von Steegen (ebenso sein älterer Bruder Hugo Friedrich Leopold von Steegen Groß Steegen).


Am 17. März 1871 heiratete er Minna Henriette Louise Julie Freiin von Schenk zu Tautenburg aus dem Hause Partsch-Wolla, geboren am 15. Oktober 1849 in Doben, gestorben am 23. März 1904 in Kallen.


Oskar Friedrich Albert war außerordentlich intelligent und begabt. In Heidelberg studierte er Jura und war aktiver Saxo Borusse. Er war Einjährig Freiwilliger beim Kürassier Regiment 3, zeichnete sich im Krieg 1866 aus (Roter Adlerorden mit Schwertern), führte im Krieg 1870/71 eine Dragoner Escadron (Eisernes Kreuz), schied nach dem Krieg als Rittmeister aus dem Militärdienst aus.


Er bewirtschaftete Klein Steegen mit viel Tatkraft und großem Erfolg. Als einer der ersten in der Region hielt er Milchvieh-Herden, züchtete Militärpferde (Remonten), zog Karpfen in großem Stil, bewirtschafte seine Forsten. Auf ökonomischem Gebiet war er sehr erfolgreich und erwarb sich ein beträchtliches Vermögen. Er kaufte etliche Güter auf, die er zum Teil wieder veräußerte oder an seine Kinder weitergab. Die 1875 erworbenen Güter Sienken und Schwadtken erhielt Adele, seine älteste Tochter, das Gut Eichholz bekam sein ältester Sohn Oskar zum persönlichen Besitz (Allodgut), das Gut Wilknitt (Fideikommiss) und eine finanzielle Zuwendung bestimmte er für seinen jüngsten Sohn Friedrich.
Das Verhältnis der beiden Brüder auf Klein und Groß Steegen und ihrer Familien war immer herzlich.


Von Oskar Friedrich Albert stammen die Berichte über Geister im Gutshaus Klein Steegen. Wenn er abends allein im Herrenzimmer saß, lesend und arbeitend, erschien ihm schon mal die Weiße Frau beziehungsweise die Graue Dame. Sie hatte nichts Erschreckendes, sie hat mit ihm gesprochen, und wenn sie ging, klickte immer dieselbe Fliese unter ihrem Schritt. Auch Andere haben diesen freundlichen Geist gesehen, so war es in Klein Steegen.


Oskar Friedrich Albert verstarb plötzlich an einem Herzschlag. Er kam mit dem Abendzug aus Königsberg. Als der Schaffner auf dem Bahnhof Lichtenfeld die Zugtür öffnete, fand man den Sterbenden zusammengesunken im Ausgangsbereich. Man trug ihn in den Warteraum, legte ihn auf einen Tisch, konnte dann nur noch den Tod feststellen. Nachts fuhr man ihn im Pferdeschlitten nach Klein Steegen. Dort auf dem Friedhof wurde er neben seiner Mutter Hulda Müller begraben.


Die Witwe Minna hat den jähen Tod ihres Mannes nicht verkraftet. Sie kränkelte und konnte sich nicht recht erholen. Im Jahr 1900 siedelte sie von Klein Steegen zu ihrem jüngsten Sohn Friedrich nach Wilknitt. Während eines Besuchs in Kallen bei Ihrer Tochter Adele wurde sie ernstlich krank, starb dort mit 55 Jahren.