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Carl-Friedrich Müller
Carl-Friedrich Müller wurde am 3. März 1792 in Coblenz bei Demmin (Marienthal), Pommern, geboren und starb am 5. März 1859 in Klein Steegen, Ostpreußen (Kreis Preußisch Eylau). Er ist mein Ur-Urgroßvater.


1836 erwarb er das Gut Klein Steegen (24.000 Taler) mit den Vorwerken Sophienhof, Wilhelmsberg, Louisenhof, 1838 das Gut Groß Steegen (17.000 Taler) mit den Vorwerken Hoppendorf, Gottesgnade. Mit Carl-Friedrich Müller gelangten beide Güter nach 224 Jahren wieder in eine Hand. Carl-Friedrich Müller hatte schon 1934 das Gut Massaunen im Kreise Friedland erworben (18.000 Taler), er besaß auch das Gut Worlack mit Wotterlack (Kreis Preußisch Eylau) und die Mühle Finken.


Carl-Friedrich Müller hat bis 1855 Groß- und Klein Steegen gemeinsam bewirtschaftet und beide
Güter gesund gemacht, indem er in großem Stil mergelte und mit Holzabfällen kultivierte (Mulch).  Er kalkte und düngte die Böden, entwässerte Sümpfe und Wiesen und machte Äcker urbar. Namentlich zum Mergeln und zum Aufbereiten des Holzes brauchte er Arbeitskräfte, die aus den umliegenden Dörfern verpflichtet wurden. Etwa vierzig Wanderarbeiter, gelegentlich auch mehr, wurden an Sonnabenden in Klein Steegen entlohnt. Die festen Arbeitskräfte wohnten mit Masse auf den Gütern und hatten dort festes Deputat und festen Lohn.


Carl-Friedrich Müller war Glasbläser und 1815 nach Ostpreußen gezogen. Der damals Dreiundzwanzigjährige besaß kaum etwas. Auf dem Vorwerk Heinrichsbruch bei Wildenhoff, das er gepachtet hatte, gründete und betrieb er eine Glashütte. In dieser Region hatte die Nonnenraupe großen Schaden angerichtet und die Wälder wertlos gefressen. Carl-Friedrich Müller stellte Flaschen her und nutzte dieses Holz als Brennmaterial für seine Schmelzöfen. Die produzierten Glaswaren wurden mit Pferdefuhrwerken nach Königsberg geschafft und dort verkauft, Glasscherben zum Wiedereinschmelzen von dort zurückgebracht. Er beschäftigte bespannte Fuhrunternehmen für solche Transporte. Als der Pachtvertrag für Heinrichsbruch auslief (etwa 1838) errichtete Carl-Friedrich Müller in Gottesgnade, einem Vorwerk von Groß Steegen, seine nächste Glashütte, die bis 1860 bestanden hat. 1894 hat man dort die runden Fundamente seiner Glasöfen gefunden. Mit diesen Glashütten kam Carl-Friedrich Müller zu Wohlstand, er war ein umsichtiger, begabter Unternehmer, ein hoch angesehener Landwirt, Chef und Industrieller.


Am 14. Februar 1821 heirateten er und Hulda Agnes von Kortzfleisch, geboren am 9. Juni 1796 in Argelothen, Ostpreußen, gestorben am 30. März 1842 in Klein Steegen. Carl-Friedrich und Hulda Müller hatten 10 Kinder, von denen 9 heranwuchsen.


Über Johann Friedrich und Christine Müller, seine Eltern, ist nicht viel bekannt. Sie führten ein stilles Leben in Wilhelmsberg, wohin sie nach 1836 von ihrem Sohn Carl-Friedrich geholt worden waren, der ihnen einen sorgenfreien Lebensabend ermöglichte. Johann Friedrich soll ein großer Tierfreund gewesen sein, er hielt im dortigen Obstgarten mit der vielhundertjährigen Eibe zahme Rehe und Hasen; er war bis zu seinem Tode (er starb mit 83 Jahren) sehr rüstig und pflegte zu Fuß nach Klein Steegen zu gehen. Christine starb vor ihm mit 71 Jahren. Beide Gräber sind dicht neben der alten Ordenskirche in Guttenfeld.