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Bennett Lester Carter wurde am 8. August 1907 in New York geboren. Sein Vater spielte Gitarre, seine Mutter Orgel und Piano, und Darnell Howard, sein Vetter, war ein angesehener Holzbläser. Eine Musikakademie hat Benny nicht besucht, immerhin brachte man ihm zu Hause das Klavierspielen bei. Noch als Junge kratzte er alle seine Dollars zusammen und kaufte sich eine gebrauchte Trompete, worauf er systematisch übte, um so zu spielen wie Cuban Bennett, sein anderer Vetter, und wie der spätere Ellingtonstar Bubber Miley. Das war typisch Benny: Alles, was diesen perfekten, vielseitigen und stilbildenden Musiker auszeichnete, hatte er sich früh und konsequent selbst erarbeitet.
Als junger Mann wollte Benny Pfarrer werden und schrieb sich am Wilberforce College ein. Er hatte jedoch zuviel Musik im Blut für solch einen asketischen Beruf und gab das Studium auf. Aus dieser Zeit weiß man, dass er bei Horace Henderson's Wilberforce Collegians spielte.
Mit siebzehn begann er seine Profi-Karriere in June Clark's Band, ging dann zu Billy Paige, Lois Deppe und Earl Hines. 1925/26 arbeitete er mit Horace Henderson, und 1928 wechselte er zu Fletcher Henderson, dessen älterem Bruder, der schon damals ein berühmtes Orchester leitete.
So jung Benny noch war, er hatte auf der Trompete alles drauf, was man von einem Spitzenmann erwartete. Er kaufte sich, als er regelmäßig zu verdienen begann, ein Tenorsaxofon, und wenig später ein Altsaxofon. Gerade für das Altsaxofon entwickelte er bald eine solche Vorliebe, dass er die übrigen Instrumente nur noch gelegentlich spielte.
1929, mit 22 also, gründete Benny sein erstes eigenes Orchester, das er bald auflösen musste. Er ging zu Fletcher Henderson zurück (1930), spielte auch bei Don Redman und dessen McKinney's Cotton Pickers. 1931 verpflichtete er sich als Saxofonist und Arrangeur bei Chick Webb. Schon im Sommer 1931 übernahm er von Don Redman die McKinney's Cotton Pickers und blieb dort für ein Jahr Bandleader. 1932 gründete er wieder ein eigenes Orchester, das er bis 1934 halten konnte.
'I am not a big band man, I'm a dilettante', hat er über sich selbst gesagt. Dennoch: Schon früh hat sich Benny als Big Band-Arrangeur einen Namen gemacht. Er schrieb für Duke Ellington, Teddy Hill, die Mill's Blue Rhythm Band, Benny Goodman oder Willy Bryant - in seinen Arrangements sind die Saxofonsätze farbiger und dominanter als anderswo. Benny liebte Big Bands, aber er wusste, welche Mühe und Zeit eine eigenes Orchester kostet. Er zog es vor, Solist zu sein und sich darauf zu beschränken, für andere Orchester zu arrangieren.
1935 schloss sich Benny dem Willy Bryant Orchestra als Trompeter an, als dieses nach Europa ging. In England arrangierte er für Henry Hall's BBC Dance Orchestra, in Paris arbeitete er für Willie Lewis. In Holland nahm er mit den Ramblers und einer international besetzten Big Band Platten auf, wozu er auch die Arrangements lieferte. 1937 in Paris nahm er mit Coleman Hawkins, weiteren zwei Saxofonisten und Django Reinhard's Quintet du Hot Club de France zwei berühmte Swing-Hits auf (Honeysuckle Rose und Crazy Rhythm).
Nachdem Benny auch in Skandinavien gastiert hatte, kam er 1938 nach New York zurück. Er stellte eine Big Band zusammen, die durch die Staaten tourte, und die er von 1939 bis 1946 in wechselnden Besetzungen halten konnte. Zeitweise haben dort Vic Dickenson, Eddy Heywood, Jonah Jones und Tyree Glenn gespielt, und etliche Bopper, die nachwuchsen, stiegen über Bennies Orchester ins Musikgeschäft ein. Auch Max Roach, J. J. Johnson, Buddy Rich waren dabei. 1941 spielte er mit Dizzy Gillespie und Jimmy Hamilton, mit denen er ein paar Monate zusammenblieb. Ab 1947 stieg Benny als Leader aus, die Zeit der Big Bands war vorbei. Er lebte nun nicht mehr in New York, sondern in Hollywood. Benny schrieb Soundtracks, und war Solist in wechselnden Gruppen. Auch in Filmen wirkte er mit (The Five Pennies, The Gene Krupa Story).
Auf Schallplatten ist Benny Carter als Pianist zu hören, als Posaunist, als Trompeter, als Klarinettist - berühmt geworden ist er als Star auf dem Altsaxofon. Mit Johnny Hodges hat er dieses Instrument groß gemacht im Jazz.
Flüssiger als Benny konnte niemand Altsaxofon spielen, und er improvisierte mit besonderer Eleganz und melodischer Vielfalt. Sein Ton war voll und schön, und er konnte swingen und Geschichten erzählen auf seinem Horn wie kein Zweiter.
Die Republik Frankreich hat Benny Carter für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er wurde Offizier des Ordens für Kunst und Literatur. Diese hohe Auszeichnung der französischen Regierung hat man ihm im französischen Konsulat in Los Angeles überreicht.
Benny Carter lebt für seine Musik und in seiner Musik.
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