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Alexander Botho Hugo von Steegen Groß Steegen, geboren am 25. Oktober 1893, gestorben am 10. Dezember 1968, heiratete am 29. Dezember 1933  Ilse Annemarie von Fölkersamb, geboren am 17. August 1893, gestorben nach 1977. Seine späte Ehe blieb kinderlos.


Beim Tode seines Vaters war mit knapp 18 Jahren zu jung für die Übernahme von Groß Steegen. Das Gut wurde von Klein Steegen aus  verwaltet.


Alexander war im ersten Weltkrieg Soldat. Er wird als liebenswürdiger großherziger Mann beschrieben. Er litt an Asthma. Das Leben im gewässerreichen Groß Steegen war ihm nicht zuträglich, weil sich sein Leiden dort verschlimmerte. So war er selten präsent, und Groß Steegen wurde unzureichend verwaltet.


Das Datum der Übergabe des Gutes Groß Steegen an Alexander von Steegen dürfte der 25. Oktober 1917 gewesen sein. Im Güteradressbuch von 1913 ist allerdings das Jahr 1913 verzeichnet, eine Angabe, die man bezweifeln muss.


1871 hatte Groß Steegen 309 Einwohner, 50 Haushalte und 13 Wohngebäude. 1879 war das Gut mit allen Vorwerken 1.177 Hektar groß, 1907 sollen es 1.158 Hektar gewesen sein. Der Boden war anlehmig bis schwer, hügelig, durch die Höhenlage mäßig im Getreideertrag. Das Weideland war gut, es bot viele Flusswiesen. Der Jahresschnitt an Milch lag je Kuh durchschnittlich bei 100 Kilogramm.


1923, in der Zeit der Inflation, verpachtete Alexander 16 Hektar Land auf 12 Jahre an 10 Bauern aus Hoppendorf. 1935, nach Ablauf der Pacht, kauften die Bauern dieses Land. Der Pachterlös hatte 4 Zentner Roggen je Hektar betragen (Roggenwährung). Im Februar 1928 verkaufte Alexander alle drei Vorwerke mit 708 Hektar Land an die Ostpreußische Siedlungs-Gesellschaft. Er bekam damals je Hektar 840 Rentenmark, zusammen knapp 595.000 Rentenmark. Auf den Vorwerken Friedrichshof, Gottesgnade und Schatzberg entstanden 39 Siedlungen unterschiedlicher Größe. Alexander von Steegen behielt nur noch den Gutshof Groß Steegen mit etwa 450 Hektar Land und Wald. Nach 1933 veräußerte er auch den Gutshof und die landwirtschaftlichen Nutzflächen einschließlich der Fischteiche, ebenfalls an die Ostpreußische Siedlungsgesellschaft. Zunächst behielt er noch den Wald, der 273 Hektar groß war. Schließlich wurde auch der Wald veräußert.


Er kaufte sich in der Mark das Gut Lindenberg bei Luckenwalde und lebte dort mit seiner Frau und seiner Mutter Marie Luise. 1942 veräußerte er auch Lindenberg. Nach dem Krieg (1946) kaufte sich Alexander ein Grundstück in Waldham bei München und baute darauf sein Haus. Nach Alexanders Tod verkaufte die Witwe das Anwesen und zog nach Hamburg, um dort bei ihrer Schwester die letzten Lebensjahre zu verbringen.


Es ist viel geschrieben worden, wieso Alexander Groß Steegen nach und nach verkaufte. Seine Krankheit war sicherlich ein wesentlicher Grund. Eine besondere Rolle dürften auch finanzielle Sorgen gespielt haben. Alexander hatte einen jüngeren Bruder, der Alexander auszunutzen wußte. So wurde dieser Bruder mit Hilfe von Krediten aus Groß Steegen 1925 Teilhaber einer chemischen Fabrik in Berlin. Was aus dieser Teilhaberschaft geworden ist, ist nicht berichtet. Man weiß von Alexander, dass das Jahr 1933 durch eben diesen Bruder neue wirtschaftliche Sorgen brachte, und dass es zu einer Entfremdung zwischen den Brüdern gekommen war.


Alexander (rechts) und Ottokar von Steegen